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Rede zum Haushalt 2026

  • 17. März
  • 3 Min. Lesezeit

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jarosz,

sehr geehrte Frau Finke,

sehr geehrte Mitarbeitende der Verwaltung,

sehr geehrte Ratsmitglieder,

werte Anwesende,


der Haushalt 2026 der Gemeinde Kirchhundem steht – wie schon in den

vergangenen Jahren – unter enormem Druck. Ein strukturelles Defizit,

schwindende Rücklagen und immer neue Pflichtaufgaben lassen kaum noch

politischen Gestaltungsspielraum.


Das ist die Realität, und diese Realität muss man auch klar benennen.

Aus Sicht der SPD-Fraktion ist dieser Haushalt kein Haushalt der großen

Zukunftsentscheidungen, sondern ein Haushalt des Verwaltens, des Reagierens

und vielfach auch des Verschiebens. Notwendige Investitionen werden vertagt,

während gleichzeitig die Belastungen für die Gemeinde weiter steigen. Wir

kommen noch ohne Steuererhöhungen aus und sind darüber sehr froh. Es wird

sich wohl in Zukunft nicht vermeiden lassen, diese Schraube drehen zu müssen.


Wir sagen sehr deutlich:

Die strukturelle Unterfinanzierung der Kommune ist nicht hausgemacht.

Bund und Land lassen Städte und Gemeinden seit Jahren im Stich. Trotzdem

entbindet uns das nicht von der Verantwortung, hier vor Ort die richtigen

politischen Entscheidungen zu treffen.


Wir erwarten auch weiterhin eine faire Unterstützung der Kommunen durch

Bund und Land. Die Aufgaben wachsen – die finanziellen Mittel müssen Schritt

halten. Auch dafür werden wir uns als SPD auf allen Ebenen einsetzen.

Für die SPD-Fraktion der Gemeinde Kirchhundem ist klar:

Ein Haushalt ist mehr als eine Ansammlung von Zahlen. Er ist Ausdruck

politischer Prioritäten. Er zeigt, wie ernst wir es mit sozialer Gerechtigkeit, mit

Chancengleichheit und mit dem Zusammenhalt in unserer Gemeinde meinen.Trotz der angespannten Lage ist es uns wichtig, gezielt dort zu investieren, wo

es den Menschen direkt zugutekommt. Dazu gehören Bildung, Betreuung,

Ehrenamt – und ganz ausdrücklich auch Sport und Vereinsleben. Gerade im

ländlichen Raum sind Vereine weit mehr als Freizeitangebote. Sie sind Orte der

Begegnung, des Miteinanders und der Integration.

Deshalb freut es uns besonders, dass unser Antrag zur bindenden und zeitlich

konkreten Unterstützung und Verbesserung der Fußballplätze erfolgreich

beschlossen wurde. Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen für unsere

Fußballvereine, für Kinder und Jugendliche, aber auch für die vielen

Ehrenamtlichen, die Woche für Woche dafür sorgen, dass Gemeinschaft gelebt

wird.


Investitionen in Sportstätten sind Investitionen in Zusammenhalt, Gesundheit

und Zukunft. Gemeinsam konnte in diesem politischen Rahmen die

Entscheidungen für dieses Projekt umgesetzt werden.

Gleichzeitig sagen wir als SPD auch deutlich: Haushaltsdisziplin bleibt

notwendig. Jeder Euro muss sinnvoll eingesetzt werden. Sparen darf jedoch

nicht bedeuten, dass wir unsere sozialen und gesellschaftlichen Strukturen

kaputtsparen oder unsere Prinzipien aufweichen. Gerade in schwierigen Zeiten

braucht es eine Politik, die Verantwortung übernimmt und Prioritäten richtig

setzt.


Wir möchten an dieser Stelle keinen Antrag im eigentlichen Sinne stellen, aber

dem Bürgermeister und auch allen anderen Ratsvertreterinnen und -vertretern

hier im Saal folgendes ins Aufgabenheft schreiben:


Die Förderung von sportlichen Aktivitäten und Flächen ist wichtig, keine Frage.

Wir dürfen aber nicht alle anderen Vereine in unserer schönen Gemeinde

vergessen. Seit dem Haushaltssicherungskonzept wurden die freiwilligen

Leistungen ALLE gestrichen. Die Kulturschaffenden und -erhaltenden Verein,

sowie ALLE, die sich für das Ehrenamt in den vielfältigsten Vereinen engagieren,

haben seither keinerlei finanzielle Unterstützung der Gemeinde mehr erhalten.

Das sollten wir klar wieder in den Fokus nehmen!


Denn: Sterben unsere Vereine, stirbt auch unsere Gemeinde. Wir könnten zur

Unterstützung der Vereine das in Aussicht stehende Sondervermögen

verwenden. Natürlich nicht gänzlich, aber wir müssen allen Vereinen zeigen,

dass sie uns gleichermaßen wichtig sind und wir sie unterstützen wollen.

Wir haben es für die Fußballplätze im Rahmen der Möglichkeiten und mit

Förderung von außen gemeinsam geschafft.

Das müssen wir auch für die anderen Vereine versuchen.


Es ist meine feste Überzeugung, dass wir auch das gemeinsam schaffen

können.Danken möchten wir Frau Finke und ihren Mitarbeitenden der Verwaltung für

die Aufstellung dieses Haushaltsentwurfs und die geleistete Arbeit unter

schwierigen Bedingungen.


Wir danken weiterhin ausdrücklich allen Mitarbeitenden der Kommune für die

geleistete Arbeit und ihren Einsatz zum Wohle der Gemeinde Kirchhundem!


Die SPD-Fraktion wird dem Haushalt zustimmen, weil er wichtige Weichen

stellt, soziale Verantwortung übernimmt und mit dem Beschluss zu den

Fußballplätzen zeigt, dass Investitionen in das Gemeinwohl auch weiterhin

möglich sind.


Zum Abschluss wünsche ich uns:


Manch Gutes Wort im Sinne der Gemeinde

Wir ringen stets hart, nicht jedoch als Feinde.

Manch gutes Wort mit Haltung in der Sache,

auch klare Kritik, doch ohne persönliche Rache.

Manch gutes Wort in Sachen Haushaltsstreit,

führt uns gemeinsam zur Einigkeit.

Manch gutes Wort bedacht und klar,

Macht selbst Gegensätze verhandelbar.

Die Bürger der Kommune zu vertreten, ist uns Auftrag und Pflicht,

nicht Profilierung zählt, sondern Verantwortung und Weitsicht.

Wenn Zahlen drücken und Spielräume schwinden,

müssen wir Lösungen suchen und finden.

Dazu wünsche ich uns Mut, Maß und Verstand,

für kluge Entscheidungen mit ruhiger Hand.

Dafür wünsche ich uns Kraft im Streit

und am Ende Geschlossenheit.

Wir nehmen das Ringen um Details bewusst in Kauf,

Dafür wünsche ich uns manch gutes Wort und vor allem: Glück auf!


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


Manuel Behle

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